
Hochtemperatur-Begleitheizung für industrielle Prozesse
Hochtemperaturbeheizung
Nicht jede industrielle Begleitheizung lässt sich mit selbstbegrenzenden Heizbändern lösen. Hohe Haltetemperaturen, hohe mögliche Expositionstemperaturen oder große Leistungsanforderungen erfordern häufig speziell ausgelegte Widerstands- oder mineralisolierte Heizsysteme.
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Mineralisolierte Heizleitungen
Mineralisolierte Heizleitungen besitzen einen metallischen Mantel und eine anorganische elektrische Isolierung. Sie kommen für anspruchsvolle Temperaturprofile infrage, wenn der konkrete Kabeltyp und die fertige Einheit für die Anwendung geeignet sind.
Pro Therm konfektioniert MI-Heizkabel mit angelöteten Kaltenden nach Spezifikation. Heizlänge, Leiterwiderstand, Spannung und Leistung werden gemeinsam festgelegt; Kaltenden und Anschlussstellen werden auf ihren jeweiligen Einbauort abgestimmt. Die zulässigen Temperaturen werden für die gesamte Heizeinheit geprüft.
Normenbezug (Stand 14.10.2026): Für Heizkabel und zugehörige Heizeinheiten außerhalb von Ex-Bereichen ist IEC/IEEE 62395-1:2024 die internationale Referenz für allgemeine Anforderungen und Prüfungen. In Deutschland führt DIN weiterhin DIN EN 62395-1:2014-10 (VDE 0721-52) als aktuelle nationale Ausgabe.
Heizkabel mit Festwiderstand
Bei seriellen Widerstandsheizleitungen hängen Heizleistung, Leiterwiderstand, Länge und Versorgungsspannung unmittelbar zusammen. Die beheizte Länge wird deshalb aus der tatsächlichen Verlegung einschließlich Armaturen und weiterer beheizter Bauteile bestimmt.
Eine nachträgliche Längenänderung erfordert eine neue elektrische und thermische Bewertung. Gleichzeitig werden Wärmeübergang, örtliche Leistungsdichte und verfügbare Anschlussleistung betrachtet. Die Auswahl folgt der Heizaufgabe und den Einbaubedingungen.
Typische Anwendungen
Typische Aufgaben sind die Temperaturhaltung an heißen Prozessleitungen, Tanks und Reaktoren sowie Beheizungen in chemischen Anlagen, Energieanlagen und Bitumen- oder Schwerölprozessen. An Ventilen, Filtern und Pumpen können andere Wärmeverluste und Einbauverhältnisse als an geraden Rohrstrecken vorliegen.
Für ein geeignetes Konzept werden Zugänglichkeit, demontierbare Bauteile und vorhandene Dämmung früh erfasst. Ein temperaturbeständiges Kabel allein ersetzt keine Auslegung des vollständigen Heizsystems.
Regelung und Temperaturbegrenzung
Regelfühler, Regelstrategie und gegebenenfalls unabhängige Temperaturbegrenzung werden aus den Prozess- und Schutzanforderungen abgeleitet. Die Messstelle muss erkennen lassen, welche Temperatur erfasst wird und ob sie den kritischen Betriebszustand ausreichend abbildet.
Im Ex-Bereich sind zulässige Oberflächentemperaturen und die Anforderungen der konkreten Ausführung zu berücksichtigen. Auch Übergänge, Kaltenden, Anschlusskomponenten, Befestigungen und Dämmmaterial müssen zu ihren örtlichen Temperaturbelastungen passen.
Normenbezug (Stand 14.10.2026): DIN EN 60519-10:2014-01 (VDE 0721-10) ist die weiterhin aktuelle deutsche Sicherheitsnorm für industrielle und gewerbliche Widerstands-Begleitheizungen. Ihre Anwendung wird mit den Anforderungen des ausgewählten Heizsystems und der elektrischen Installation abgestimmt. Für elektrische Widerstands-Begleitheizung im Ex-Bereich sind international IEC/IEEE 60079-30-1:2025 und IEC/IEEE 60079-30-2:2025 relevant. DIN führt DIN EN 60079-30-1:2018-04 und DIN EN 60079-30-2:2018-04 weiterhin als aktuelle deutsche Ausgaben. Gerätegruppe, zulässiger EPL, Zündschutzart und Nachweise der konkreten Einheit bestimmen den Einsatz.
Spülung, Stillstand und Wiederanlauf
Beim Spülen oder Reinigen kann die höchste Fremderwärmung auftreten, während die Heizung ausgeschaltet ist. Diese Exposition wird getrennt von der Haltetemperatur und der Belastung bei eingeschalteter Heizung angegeben. Kurzzeitige und dauerhafte Belastungen sind ebenfalls zu unterscheiden.
Für den Wiederanlauf werden Starttemperatur, Betriebsfreigaben und gegebenenfalls eine Aufheizzeit betrachtet. Zugängliche Anschlüsse und eine nachvollziehbare Zuordnung von Heizkreis, Fühler und Regler erleichtern spätere Prüfung und Wartung.